Über Baumnüsse

Auf Schweizerdeutsch

Im Park neb eusere Wohnig hets en Baumnussbaum (was füres guets Wort) und dur das ich mit eusem Sohn so oft i dem Park go spaziere bin, han ich chönne beobachte, wie die Baumnüsse nah dies nah entstande sind. Und dä Prozess het mich so viel glernt.

Agfange mit dem, dass ich zersch nöd mal gwüsst han, dass es en Baumnussbaum isch bzw. wie Baumnüss wachset, bis mich e Frau im Park druff higwise het und ich die grün umhüllt Nuss gseh han, wo wägeme Sturm scho am Bode glege isch. Zu dem Ziitpunkt isch sie gar nonig riif gsi und i mim Unwüssä han ich sie fasziniert heignoh, zum sie chönne ufmache und mich versichere, dass da würklich e Baumnuss drine isch.

Ersch viel spöter isch dä Ziitpunkt cho, wos au würklich riif gsi und von allei abegheit sind. Und das het mich dra erinneret, dass Geduld eifach so wichtig isch. Es bringt nüt, wenn mer öpis früehzitig erreiche, erzwinge oder “ernte” wott, obwohls gar nonig so wiit isch.

Und wenns würklich riif sind, denn gheit d'Baumnuss ufgrund vom Ufprall ufdä Bodä meistens use. Und das isch s'negst, wo mir zeigt het, dass es mengisch en Sprung brucht und d'Landig vlich nöd immer sanft isch, aber das eim wieder und wieder dra erinnert, s'Herz z'öffne oder offe z’lah und de Muet z’ha, dass sich dur das e neui Welt uftue chan.

s'Beobachte vo all dem het au dezue gfüehrt, dass mir bewusst worde isch, wie wit mir eus vo dene natürliche saisonale Prozess entfernt hend. Nur scho wenn ich im Lade go poste gang, es isch immer alles verfüegbar. Es het alles und das zu Genüge. Und wenn das nöd so wär, denn würemer vermuetlich nüm ah dem Ort go poste, will wänn mir s'Gricht XY zum Znacht plant händ und das denn nöd mache chönd, simer vilich nöd glich z'friedä i dem Moment. Und ich glaub das immer-verfügbar-si, wo mer au susch i vielne Hisichte i eusere Gsellschaftstruktur und -system beobachte chan, füehrt dezue, dass mir generell eifach viel ungeduldiger und unflexibler worde sind.

Zrugg zum Baumnussbaum (das Wort fangt mer ah Spass mache) würemer vlich sogar no dra schüttle, zum zersch si und die erste Frücht no schneller chönne abneh, statt eifach warte, Geduld ha, das neh, wo mer au würklich brucht und mitenand teile und denn d'Nuss au gnüsse, wenn sie würklich guet isch und solang sie no guet isch und aschlüssend voller Freud wieder ufs negste Jahr warte.

Es gebt sicher no viel meh dezue z'säge und es isch so spannend, wie d'Natur eus immer wieder en Spiegel anehebt. Und genau über das han ich vor churzem e Podcastfolg ufgnoh, falls au du wieder mal en Erinnerig möchtisch:

Zudä Folg: Über d’Natur, eusi Verbindig und s’Erinnere

Corinne Hefti