Momente
Auf Schweizerdeutsch
ich liebs fotene z'mache, sache ufschriebe, erinnerige kreiere und die zume spötere ziitpunkt wieder füreneh, reflektiere und luege, was sich sither alles ergeh, veränderet oder neu entwicklet het. bsunders fotialbene find ich öpis wunderschöns und ich zelebrier sie für euse sohn dopplet - damit ich ihm spöter ganz viel gschichte verzelle und ihm zeige chan, wie er ufgwachse isch.
doch letschti woni am spaziere gsi bin und wieder mal es foti vo ihm ha welle mache, hani mich gfrögt, wieso ich das eigentlich so viel mach.
es isch en versuech, en moment festzhebe, won ich weiss, dass er wieder vergaht (was bi chind so schnell passiert) und debi isch mir ufgfalle, wie dä versuech, mengisch genau s'gegeteil bewürkt. er hebt zwar en moment fest, aber schafft dur das au e distanz. will mengisch gaht d'magie vome moment verlore, sobald mer es foti mache will. dynamik, stimmig und d'energie veränderet sich, plötzlich wott mer öpis andersch darstelle, öper reagiert andersch, usw. und vilich sind moment da, zum lebendig si und lebendig bliebe und mengisch werdet sie starr, sobald mer versuecht, sie festzhebe.
und wie schön sind doch gnau die moment, wo mer so fescht präsent isch, dass mer sogar komplett vergisst, föteli z'mache. oder wo mers handy füreneh möcht und merkt, dass mer kei akku meh het und denn ganz bewusst no viel meh id magie vom moment itaucht, will mer weiss, dass mer dä jetz im chopf und herz abspeichere dörf. und das sind oft genau die moment, wo viel meh bliebet. die bilder, wo kein bildschirm dezwüschet gsi isch.
und das isch öpis, won ich wieder viel meh mache möcht. will was bringet all die fotene und erinnerige zum wiederufläbe lah, wänns zu dem ziitpunkt gar nöd richtig glebt wordä sind.
drum, verpassemer nöd euses läbe, zum es bild devo mache.